Ein ereignisreiches, bewegtes Jahr 2024 liegt hinter den Radfahrerinnen und Radfahrern des RSV Mönchweiler. Im 21. Jahr nach der Vereinsgründung ist unser Verein lebens- und liebenswert und quicklebendig. 88 Mitglieder aller Altersklassen waren auf dem Rennrad oder Mountainbike, beim Kindertraining und zahlreichen gemeinsamen Ausfahrten unterwegs. Der RSV Mönchweiler ist gelebte Leidenschaft – darin sind wir uns alle einig.
Jahreshauptversammlung
Ein stabiler Verein braucht eine engagierte Führung. Bei der Jahreshauptversammlung am 8. März konnte der langjährige RSV-Vorsitzende Hartmut Capteina bei seinem Rück- und Ausblick stolz auf viele Aktivitäten verweisen. 88 Vereinsmitglieder sind das Rückgrat des Vereins. Die von Dorothea Sielaff souverän geführte Kasse weist ein sattes Plus aus. Kräftige Unterstützung erhielt der RSV einmal mehr von seinen langjährigen Sponsoren. Mit großzügigen Spenden unterstützten zudem die Vereinsmitglieder Horst Kopp und Lothar Josef die Vereins- und Nachwuchsarbeit. Nach zwölf Jahren gab Wolfgang Nerlinger sein Amt als Schriftführer ab. Eine Zäsur deutet sich an der Spitze des Vereins an. Hartmut Capteina kündigte an, im Jahr 2025 nicht mehr für das Amt des Vereinschefs kandidieren zu wollen.
Trainingslager in Cesenatico
Langjährige Tradition hat das Frühjahrs-Trainingslager der RSV-Rennradfahrer. Statt nach Mallorca ging es diesmal vom 8. bis 21. April zum Kilometer-Sammeln nach Cesenatico an der italienischen Adriaküste. Horst Kopp, seit vielen Jahren RSV-Langstrecken-Experte und umsichtiger Tourenplaner, hatte das gemeinsame Erlebnis einmal mehr hervorragend organisiert. Elf RSV-Mitglieder erlebten bei anspruchsvollen Fahrten rund um die Geburtsstadt des legendären, früh verstorbenen ehemaligen Tour-de-France-Siegers Marco Pantani ereignisreiche, sonnige und vor allem unfallfreie Tage im Sattel. Steile, bis zu 18 Prozent steile Kletter-Rampen und rasante Abfahrten wechselten bei den abwechslungsreichen Tages-Etappen in stetem Wechsel. Auf der mit 2100 Höhenmetern gespickten, 138 Kilometer langen Königsetappe der „Nove Colli“ und der anspruchsvollen Klettertour nach San Marino waren die RSV-Rennfahere auf wild gezackten Serpentinen die Vorreiter für Weltklasse-Profis: Zwei Monate später hetzten auf diesem Kurs am 29. Juni zum Auftakt der Tour de France die weltbesten Radprofis über den Asphalt Richtung San Marino. In acht Tagen wurden 750 Kilometer und rund 9500 Höhenmeter absolviert – und die RSV-Radler waren sich einig: Wir kommen 2025 wieder nach Cesenatico.

Foto: Mächtig Druck auf dem Pedal hatten die RSV-Fahrer beim Trainingslager in Cesenatico

Foto: Manchmal braucht es Extra-Luft für den Pneu, wie hier nach einer Reifenpanne beim Frühjahrstrainingslager hoch über der italienischen Adria.
Bike-Parcours
Rhythmisch, rund – und natürlich „cool“. Der vor einem Jahr neu modellierte Bike-Parcours des RSV Mönchweiler lockt immer mehr junge und viele erfahrene Mountainbiker an. Bei mehreren abendlichen Arbeitseinsätzen, bei denen jeweils bis zu acht RSV-Vereinsmitglieder mit Schaufel, Pickel und Rechen Hand anlegten, wurde der Kurs von Wildwuchs und Gestrüpp befreit. Nach mehreren Unwettern mit Starkregen, die den Rollern und Steilkurven zugesetzt hatten, wurde der Kurs wetterfest gemacht. Horst Kopp und Günter Keller leisteten die Hauptarbeit, massive Sitzgelegenheiten auf halbierten Baumstämmen laden nun am Startpunkt des Kurses nach wiederholten Downhills zum Verweilen ein. Junge Biker aus der Region zeigten sich von unserem Kurs begeistert – auf Instagram-Videos gab es für den RSV-Parcours jede Menge „likes“.

Foto: Jede Menge Handarbeit war auf dem RSV-Bike-Parcours gefragt
Gegenbesuch in Chabeuil
Im vergangenen Jahr waren unsere französischen Radfreunde aus Chabeuil aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft in Mönchweiler. An Pfingsten 2024 stand der „Jumelage“-Gegenbesuch in Chabeuil an, bei dem die RSV-Mitglieder Peter Kaiser, Wolfgang Nerlinger und Uli Manz zusammen mit vielen Bürgern aus Mönchweiler stimmungsvolle Feiertage erlebten. Zum „Einrollen“ ging es mit den französischen Radsportfreunden in die Berge des Vercors. Höhepunkt der gemeinsamen Ausfahrten war die Etappenfahrt auf den Sehnsuchtsgipfel des Mount Ventoux, den „Berg der Winde“. Kahl, karg, abweisend, ragt der Gigant der Provence, der alle umliegenden Höhenzüge zu Maulwurfshügeln degradiert, 1909 Meter hoch ins Firmament. Ein Berg, den Radfahrer ebenso lieben wie fürchten. Drei Anstiege führen hinauf zum Gipfel, leicht zu bewältigen ist keine der bis zu 18 Prozent steilen Himmelsleitern, die selbst Rennrad-Profis zur Hölle werden können: Am 13. Juli 1967 fiel hier, in einem gnadenlosen Rennen der Tour de France, den kahlen Gipfel schon in Sichtweite, der Engländer Tom Simpson sterbend aus dem Sattel.
Samstag-Ausfahrten
Höher, schneller, weiter. Sport ist nie Stillstand. Schon gar nicht auf dem Rad. Das gilt auch für die Langstrecken-Radler des RSV Mönchweiler. Die Samstag-Ausfahrten, zu denen Gastfahrer jederzeit willkommen sind, lockten in den vergangenen Monaten zahlreiche RSV-Fahrer. Neben den vergleichsweise kurzen, „nur“ 70 bis 80 Kilometer langen Nachmittagsrunden standen auch, mit Start meist um zehn Uhr morgens, zahlreiche Langzeit-Abenteuer mit bis zu 150 Kilometern und mehr als 2500 Höhenmetern an. Herausforderungen, die zusammenschweißen, Herausforderungen mit denen man wächst. Und natürlich waren auch einige „200er“ keine Grenze. Der Mann, der uns allen außergewöhnliche Touren beschert hat, ist ein Radsport-Verrückter, der sich um alles und jeden kümmert: Horst Kopp. Horsts mit Liebe zum Detail und knackigen Anstiegen gespickte Touren haben Kult-Charakter, sei es auf der Fahrt über die Alb, in den Hochschwarzwald und die Wutachschlucht, hin und zurück zum Bodensee – oder zu ganz langen Kanten in den Vogesen, hinauf zum Grand Ballon. Horst ist ein Grenzenverschieber – und 200 Kilometer im Sattel sind für ihn fast schon ein Klacks. Weil natürlich mehr geht: 300 Kilometer haben er und Karl-Heinz Schempp im Juni an einem Tag abgerissen – und das mit einem 30er-Schnitt. Damit nicht genug, erlebten Kopp und Schempp in der ersten Oktober-Woche im spanischen Andalusien ein außergewöhnliches Rad-Abenteuer in dünner Höhenluft. Bei der siebentägigen Umrundung der Sierra Nevada galt es jeden Tag mehr als 2000 Höhenmeter zu meistern. Gipfel der Herausforderung war für die zwei das Rennrad-Dach Europas: der 3394 Meter hohe Pico del Veleta.

Foto: Starkes Team. Die Samstag-Ausfahrten waren ein Renner.

Foto: Die Gipfelstürmer Horst Kopp (links) und Karl-Heinz Schempp auf dem Pico del Veleta in der spanischen Sierra Nevada.
Kinder-Mountainbike-Gruppe
Kinder haben beim RSV Mönchweiler alle Chancen. Unter der Anleitung des langjährigen, sehr erfahrenen RSV-Übungsleiters Peter Freigang, der kongenial von Günter Keller unterstützt wird, gab und gibt es beim RSV jeden Mittwoch ein zweistündiges Kinder- und Jugendtraining auf dem Mountainbike. Die Gruppe der Jungen und Mädchen wächst stetig, der Spaß beim gemeinsamen Training ist dank der einfühlsamen Arbeit des Duos Freigang/Keller groß. Kurventechnik, rundes Pedalieren, lockere „Moves“, kräftiges Kurbeln bergauf und bergab auf breiten und schmalen Pfaden, das lernen die acht- bis 14-jährigen spielerisch in Gemeinschaft. Die RSV-Kindergruppe ist ein Erfolgsmodell, auch dank des 16-jährigen Jonathan Prozek, der sich als Helfer der Trainer vielfach engagiert hat.
Kinder-Ferienprogramm
Dass beim RSV Bewegung in Gemeinschaft an erster Stelle steht, das konnten Kinder am Donnerstag, 29. August, im Rahmen des Kinder-Ferienprogramms der Gemeinde Mönchweiler erleben. Vereinschef Hartmut Capteina und Günter Keller hatten, unterstützt durch weitere RSV-Mitglieder, mit viel Liebe zum Detail ein tolles Programm auf die Beine gestellt, das 14 Mädchen und Jungs zum Start und Ziel an der Grillstelle beim Beginn des RSV-Parcours anlockte. Bei einer gemeinsamen Ausfahrt ging es auf die knifflige RSV-Strecke. Im Anschluss an die muntere Kurbelei zeigte Peter Kaiser den Kindern, wie man eine zickige MTB-Schaltung einstellt und nach einem Plattfuß einen Reifen ganz ohne die Hilfe von Mama und Papa wechselt. Geschicklichkeit gefragt war dann auf dem Kurs, den Günter Keller auf dem Parkplatz vor dem Fußballstadion aufgebaut hatte. Slalomfahren, Hütchen fix umrunden, nur mit einer Hand am Lenker die Balance halten, an einer langen Kette gebunden im Kreis fahren – das machte den Mädels und Jungs großen Spaß. Klar, Radfahren macht hungrig und durstig. Und so gab es nach der Aufregung im Sattel zum Abschluss Entspannung von heißer Flamme. Grillmeister Wolfgang Nerlinger versorgte die jungen Biker mit einer zünftigen Roten vom Grill – und sogar veganen Würsten.

Foto: Viel Spaß hatten 14 Mädchen und Jungen beim Kinder-Ferienprogramm des RSV Mönchweiler.
Was bleibt, ist der Blick zurück und voraus bei der Jahresabschlussfeier am 13. Dezember in der Waldauschänke in Buchenberg. Wir sind bereit für ein bewegtes Jahr 2025.
Wir wünschen allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern des Vereins und den Bürgern von Mönchweiler ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2025.
Bleiben Sie gesund!
Der Vorstand des RSV Mönchweiler
Text und Fotos: jb
















